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Über mich

 

Mein Name ist Wolfgang Peter. Ich bin am 21. April 1958 als mittlerster von 3 Brüdern in Spremberg/ Brandenburg geboren. Zum heutigen Zeitpunkt bin ich gerade mal 48 Jahre jung.

Meine Kindheit verlief die die jede eines kleinen Jungen. Ich hatte viele Freunde. Wir haben viel Unsinn getrieben und oft gab es deswegen Ärger zuhause. Aber ich war ein starker kleiner Kerl.

1965 kam ich in die Schule. Wie Jungen eben so in der Schule sind, haben meine besten Freunde Peter und Ingo lieber Blödsinn mit mir angestellt, anstatt aufzupassen und zu lernen. Bootsfahrten auf der Spree, der eine oder andere kleine oder große Flirt mit den Frauen und so zog die Zeit vorbei.

1973 schloss ich die Schule erfolgreich ab und begann eine Lehre als Tischler im Kreisbaubetrieb in Spremberg. Tischler war und ist schon immer mein Traumberuf, meine Berufung. Holz ist und bleibt mein Leben. Zur Berufsschule musste ich immer weit mit dem Zug fahren. Die Schule befand sich in Eisenberg in Thüringen. Im dortigen Jugendtreff lernte ich dann meine große Liebe Karin kennen. Die ferne Liebe, das Pendeln mit dem Zug, aber wir waren stark.

1976 erhielt ich meinen Abschluss als Tischler und meine Karin schaffte es, mich nach Eisenberg zu holen. Im Dezember war es soweit. Mit gerade 18 Jahren schlüpfte ich aus dem Elternnest ins große Leben - weit weg von zuhause. Zu diesem Zeitpunkt war schon unser kleiner Zwerg unterwegs - Karin war im 4. Monat schwanger.

Wir zogen in unsere erste kleine Wohnung, welche nur aus einem großen Zimmer mit Miniküche bestand. Im Möbelkombinat in Eisenberg bekam ich Arbeit, ich musste ja jetzt meine eigene kleine Familie versorgen. Im Mai 1977 kam unsere Tochter Steffi auf die Welt. Ich war ein stolzer und glücklicher Vater.

Im Oktober 1977 heirateten meine Karin und ich im Standesamt Eisenberg und so lebten wir dahin. Im Januar 1979 kam unsere zweite Tochter Kerstin auf die Welt.

Jetzt wurde langsam unsere Wohnung zu klein für die Familie, so zogen wir um in eine große helle Wohnung mit Hof und Garten.  Wir waren sehr glücklich.

1980/1981 absolvierte ich meinen Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee (NVA) in Torgelow bei Pasewalk. Wieder Fernehe, wieder pendeln und wieder waren wir stark.

1984 bekam ich mein eigenes Gartengrundstück und dort bauten wir uns mit Muskelkraft und Ausdauer unser eigenes kleines Gartenhäuschen.1989 kam die Wende, alles änderte sich schlagartig.Es war ein großer Schritt.

1994 kaufte ich mein eigenes Mehrfamilienhaus und sanierte es mit Stärke und Muskelkraft von unten nach oben. Jetzt war und bin ich stolzer Hausbesitzer.

Von da an standen uns alle Grenzen offen. Wir reisten viel und um die ganze Welt, genossen unser Leben........

Schon seit einiger Zeit, eigentlich seit dem Bekanntwerden der Krankheit bei mir, mache ich mir Gedanken über den Tod.  Ich kann und ich werde die Krankheit nicht bis zum bitteren Ende aushalten, dass möchte ich mir und meiner Familie nicht antun. Heute bin ich nicht mehr so stark. Ich weiß ich noch nicht, wann ich aus dem Leben trete, aber ich weiß, dass ich es tue, bevor ich es nicht mehr alleine kann. Dieser Tag kann in einem, aber auch in zwei Jahren sein. Vielleicht sogar noch später. Ich werde dann die Hilfe von DIGNITAS in Anpruch nehmen und mir die Welt von oben anschauen und meine Familie beschützen. Wenn es dann soweit ist, hoffe ich, ruhig und stark zu sein, um dem, was dann kommt mit Kraft gegenüber treten zu können.

 
© 2010 Mein Leben mit ALS
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